Jutta Michaud

Blog

Impressionen vom Welteierstockkrebstag

Die Stiftung Eierstockkrebs und ihr Gründer Prof. Dr. Jalid Sehouli haben dem Muttertag eine zusätzliche Bedeutung hinzugefügt: jeweils am 2. Maisonntag eines Jahres wird der 7500 Frauen gedacht, die jährlich an Eierstockkrebs erkranken um das öffentliche Bewusstsein für diese heimtückische Krebsvariante zu fördern.

Eierstockkrebs ist schwer zu diagnostizieren, eine spezielle Vorsorge gibt es nicht. Eher selten wird die Krankheit im Frühstadium erkannt und galt daher lange Zeit als Todesurteil. Inzwischen gibt es jedoch zahlreiche Langzeitüberlebende, deren lebenserhaltende Ressourcen an der Charité ausgiebig erforscht und wo möglich gefördert werden. Auch eine neue Generation von Krebsmedikamenten sorgt für einen Rückgang der Mortalitätsrate.

Mit Fachvorträgen zu den neuesten Erkenntnissen der Krebsforschung und -therapie, Initiativen und Aktionen ist der Welteierstockkrebstag inzwischen zur Institution geworden. Diesmal erwies sich der Senatssaal der Humboldt-Uni mit seinen 150 Sitzplätzen bereits als viel zu eng für die vielen Betroffenen, Angehörigen, Ärzte und Therapeuten, die den Vorträgen aus Medizin und Kreativtherapie lauschten. Die ganzheitliche Betrachtung von Menschen mit ihrem Bedürfnis nach Selbstausdruck und Kommunikation fördert die Selbstheilungskräfte und das Gefühl der Autonomie, was der Genesung nachweislich zugutekommt. Deshalb lobt die Stiftung jährlich einen Wettbewerb zu einem kreativen Motto aus.

Neben dem Buch „Bauchgefühle. Leben aus Leidenschaft“, einer Anthologie mit Texten aus dem Schreibwettbewerb, dessen Gewinner im Vorjahr geehrt wurden, stellte die Jury des diesjährigen Malwettbewerbs die Favoriten aus über 150 Einsendungen vor. Erstmals hatte es auch ein Online-Voting gegeben.

Besonderes Augenmerk verdient jedoch die Initiative „Rosi.“ Mit einer großangelegten Spendenaktion und einer Crowdfunding-Kampagne sammelt die Stiftung Eierstockkrebs derzeit Mittel, mit deren Hilfe die Therapieräume der Frauenklinik der Charité mit dem „Charme“ eines Warteraums zu echten Lebensräumen verwandelt werden sollten. Holz, warmes Licht, Bilder, Ruhe und angenehme Farben sollen die Räume in Orte verwandeln, in denen sich die Frauen während ihrer Chemotherapie wohlfühlen können. Kreativangebote wie malen und schreiben, Lesungen und Ernährungsworkshops sollen ihnen künftig die Zeit am Tropf verkürzen und zu einem Stück echter Lebenszeit werden. Beachtliche 69. 000€ sind bereits in den ersten beiden Wochen der Kampagne zusammengekommen, insgesamt werden jedoch 400.000€ benötigt, um das Gesamtpaket finanzieren zu können. Gespendet werden kann hier: Stiftung Eierstockkrebs, Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE78 1002 0500 0001 2065 00, BIC: BFSWDE33BER oder per Charity SMS im Wert von 5€ unter 81190, Kennwort ESK.

Übrigens hat diese Aktion einen konkreten Bezug zum Muttertag. Ausgerechnet an diesem Tag hatte Rosi Müller, eine Patientin von Professor Sehouli, ihrer Tochter erzählt, sie habe ein Rezidiv, der Krebs sei zurück. Tina begleitete ihre Mutter bis zu deren Tod durch die verschiedenen Stadien der Therapie und lernte dabei die unwirtlichen Therapieräume kennen. Im Gespräch mit Professor Sehouli entwickelte sich die Idee, diese „Schreckensräume“ in lebendige Lebensräume umzugestalten. Manchmal reicht ein eben doch schon Gespräch oder eine Begegnung, um Dinge zum Positiven zu wenden.

Dieses Bild entstand in der kreativen Pause als Gemeinschaftsbild von Patientinnen und Therapeutinnen.

Ein Kommentar

  1. Dankeschön für diesen informativen Beitrag – die Europäische Künstlergilde für Medizin und Kultur eukmk.eu unterstützt die Stiftung Eierstockkrebs mit kreativem Input und setzt sich für eine ganzheitliche Medizin ein. Mit einem Stand zum Kreativen Schreiben beim Welteierstockkrebstag haben Jutta Michaud und ich nicht nur unser Buch ‚Mit Schreiben zu neuer Lebenskraft“ beworben, sondern auch auf die Möglichkeit von Schreibseminaren an Kliniken, Rehas und Krankenhäusern aufmerksam gemacht. Schreiben für die Gesundheit löst Blockaden und bringt Gefühle der Selbstwirksamkeit.