Jutta Michaud

Aktuelles

Inspirierende Begegnungen mit großartigen Menschen

| 2 Kommentare

Immer wieder anders schön sind die Begegnungen, die Susanne Diehm und ich als Team Sudijumi bei unseren Schreibtouren durch die deutschen Krebszentren erleben dürfen.

Vergangene Woche waren wir auf Einladung von Chefarzt Dr. Fakher Ismaéel  und der Psychoonkologin Kerstin Möller zu Gast im Siloah Klinikum in Hannover. Frau Möller hatte uns über einen Artikel in der Medical Tribune entdeckt, das Buch gelesen und war neugierig auf die Workshops geworden, mit denen wir im Auftrag der Stiftung Eierstockkrebs unterwegs sind. Ihr Chef, ein Weggefährte von Prof. Sehouli, unserem Mentor und Gründer der Stiftung, war sofort für ihre Idee zu haben.

Psychoonkologin Kerstin Möller

So fanden wir uns am vergangenen Donnerstag liebevoll umsorgt im inspirierenden Gespräch mit Kerstin Möller wieder. Großzügig gewährte uns die engagierte Psychoonkologin einen Einblick in ihre vielseitige Arbeit. Wie auch wir schöpft sie aus einem breiten Ausbildungs- und Erfahrungsspektrum, von der Pädagogik über Kunsttherapie und Psychotherapie bis hin zur Psychoonkologie. Wie einen kreativen Funkenflug erlebten wir ihre Begeisterung für die Arbeit mit und für die Patientinnen. Was uns besonders freut: Sie liebt es, mit Sprache und Metaphern zu arbeiten und hat in unserem Buch einige Schreibimpulse entdeckt, die sie in ihre Arbeit aufgenommen hat.

Bereits eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn füllte sich der Raum mit erwartungsvollen Teilnehmerinnen. Während Susanne Fechner, deren Agentur Avisomed die Veranstaltungen der Stiftung koordiniert und organisiert, die Ausstellung „Ich lebe!“ aufbaute, blieb uns ein wenig Zeit für erste Gespräche.

Ein großes „Hallo“ gab es beim Wiedersehen mit Teilnehmerinnen, die schon in Berlin und München mit uns geschrieben haben. Toll auch, Psychologinnen und Psychoonkologinnen kennenzulernen, die schon mit unserem Buch arbeiten.

 

Dr. Ismaéel eröffnete die Veranstaltung mit einer sehr warmherzigen und zugewandten Vorstellung der Arbeitsweise seines Teams am Klinikum Siloah. Es folgten ein spritziger Vortrag der Musiktherapeutin Christiane Hecker, die anhand von kleinen Erlebnissen schilderte, was Musiktherapie ist und wie sie wirkt. Ihre berührende Geschichte eines sehr alten, erblindeten Paares, das sie mit dem Walzer „Wiener Blut“ zu einem “inneren Tanz“ bewegte, werde ich so schnell nicht vergessen! Auch nicht die Containerschiffe, die Kerstin Möller als Metapher zur Veranschaulichung der Phasen einer Krebserkrankung gewählt hatte. Gelöscht und befreit von schwerer Last brachen die Schiffe am Ende in Richtung neuer Horizonte auf – das ist das gemeinsame Ziel aller Kreativtherapien!

Unsere allergrößte Freude war das Erlebnis, wie die teilnehmenden „Schreib-Novizinnen“ auf unsere Schreibangebote reagierten. Wie schnell sie sich nach dem Vorlesen ihrer Texte gegenseitig öffneten, wie eine Wolke des gegenseitigen Verständnisses, Vertrauens und Empathie durch den Raum waberte. Wie ausgelassenes Gelächter neben Wut und Melancholie seinen Platz fand und wie sich nach dem Schreiben kleine Gruppen bildeten, die sich gar nicht mehr so recht trennen wollten. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell Schreiben verbindet!

Die Ausstellung „Ich lebe!“ zeigt Langzeitüberlebende mit Eierstock-,Eileiter- und Bauchfellkrebs mit ihren ganz persönlichen Kraftspendern.

Ob wir im nächsten Jahr wiederkommen wollen, fragte man uns zum Schluss. Nichts lieber als das! Dann vielleicht schon unterstützt von Julia, einer begeisterten Gynäkologin aus Hannover, die im Februar das zweite Modul unserer Fortbildungen besuchen wird. Wer weiß, vielleicht wird sie sich mit ihrer Freundin und meiner Namensvetterin zum festen GKS by SUDIJUMI Team in Hannover entwickeln. Wir würden uns freuen, die Fackel weiterreichen zu dürfen!

 

2 Kommentare

  1. Liebe Jutta,
    ein sehr berührender Bericht. Toll, was Ihr auf die Beine stellt! Das ist eine richtige Bewegung!
    Macht weiter so 😉
    Sehr herzlich,
    Franziska

  2. Vielen Dank, liebe Franziska! Ja, genau das wünschen wir uns, dass eine Bewegung daraus wird. Frau Möller hat innerhalb einer Woche in Hannover schon ganz viel in die Wege geleitet und wie es aussieht, geht es tatsächlich mit Julia weiter. Ich werde berichten.
    Lieben Gruß
    Jutta

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.