Jutta Michaud

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Selbstoptimierungsdiät: Ein Zwischenbericht

Bringen wir es auf den Punkt: Wie bei jeder „echten“ Diät ist das Ziel nach einem Monat NICHT erreicht. Nulldiät funktioniert leider bei Gefühlen und Verhaltensweisen überhaupt nicht. Andererseits sind die Ergebnisse von Nulldiäten eh nicht von Dauer. Also bleibe ich optimistisch und freue mich über erste Teilsiege auf dem Weg zur inneren Freiheit. Die hat sich noch nicht eingestellt, aber ich bin aufmerksamer geworden für Situationen, in denen ich früher heftig mit meinen Schwächen gehadert hätte.

Jetzt frage ich mich, warum ich eigentlich so angepisst reagiere, wenn ein Auftraggeber meine Teamleistung übersieht und mich wie die Assistentin meiner Partnerin behandelt, obwohl ich doch…In meinem Schreibjournal folgt an dieser Stelle eine Jammerphase der inneren Jaulepaula. Sie listet auf, was sie alles tun müsste, um in voller Größe gesehen zu werden. Lauter Dinge, die ihr eigentlich nicht entsprechen. Dinge, auf die sie überhaupt keine Lust hat. Schon bei dem Gedanken fühlt sie sich erschöpft, als hätte sie im Steinbruch Zwangsarbeit geleistet. Innerlich schrumpfe ich.

Zum Glück naht Rettung. Mein Inneres Team zeigt Jaulepaula die rote Karte. „Komm mal schön zurück auf den Teppich, ich glaube, wir müssen uns mal unterhalten“. Sofort ertönt in meinem Schreibjournal ein vielstimmiges Geschnatter. Die Analytikerin in mir klopft die Situation nach Ursachen der Befindlichkeiten ab und findet Muster. Die Schreibathletin streichelt Jaulepaula sanft über den Rücken und rät „Lauf! Oder geh zum Workout, hinterher fühlst du dich besser.“ (Bei mir funktioniert das immer gut, nur manchmal brauche ich eine Erinnerung) Die Optimistische zählt Situationen auf, in denen ich geglänzt habe. Ich höre erstaunt zu. Ach ja…

Jaulepaula hört auf zu heulen und schnappt sich einen Keks. Ohne auf die Figur zu achten und den warnenden Blick der Schreibathletin ignorierend. „Eigentlich“, sagt sie, „ist Konkurrenz im Team totaler Schwachsinn. Wir haben beide unsere Stärken und wie sie wahrgenommen werden, liegt im Auge des Betrachters. Auf die Chemie, die immer eine Rolle spielt, haben wir ohnehin keinen Einfluss. Nicht bei Auftraggebern, auch nicht bei Klienten. Wie beim Tandem fahren ist mal die Eine, mal die Andere vorne.“

„Das WIR gewinnt“. Dieser Slogan der Aktion Mensch ist einfach genial, das ist so einer, den ich selbst gerne erfunden hätte! Wenn jeder sein Ego etwas schrumpft, gewinnen alle. Wir werden nicht nur innerlich freier, sondern auch erfolgreicher, weil wir uns keine Frust- oder Wutblockaden in den Weg legen.

Ich liebe es, solche Teamsitzungen in meinem Schreibjournal nachzulesen. Denn auch bei der Selbstoptimierungsdiät gibt es immer wieder Rückschläge. Die lassen sich viel leichter überwinden, wenn man nachliest, wie man sich aus ähnlichen erfolgreich gelöst hat.

Im wahren Leben tauschen sich meine Teampartnerin und ich uns über solche Schreiberlebnisse aus. Und dabei kommt beispielsweise ans Tageslicht, dass wir in unterschiedlichen Situationen ganz ähnliche „Assistetinnengefühle“ haben. Aber weil wir uns Schreibzeit nehmen, können wir mit etwas Abstand herzlich darüber lachen. Und lachen befreit bekanntlich ebenso wie schreiben!

Lust auf Teamarbeit bekommen? Wie Sie mit dem Schreibjournal und Ihrem Inneren Team gut in Kontakt kommen, erarbeiten wir gemeinsam im Einzelcoaching. Anrufen oder Mail schreiben ist der erste Schritt. Schreibzeit ist Entwicklungszeit!

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